Fortbildung für Psycholog*innen bei IVPNetworks: „ADHS im Erwachsenenalter erkennen und begleiten im telemedizinischen Setting“

Das psychologische Team von IVPNetworks arbeitet im Telefoncoaching, in der Videotherapie und führt psychotherapeutische Sprechstunden per Video durch. In der Schulung sollten die Psycholog*innen einen Eindruck davon bekommen, was ADHS im Erwachsenenalter ausmacht, wie ADHS diagnostiziert wird und welche Methoden und Techniken sie nutzen können, um ihre Patient*innen zu unterstützen.

Veranstaltungsdaten im Überblick

Die Fortbildung fand im Sommer 2025 statt und wurde durch IVPNetworks GmbH organisiert. Veranstaltungsort war das Haus Rissen in Hamburg.

Die Veranstaltung dauerte ca. 3 Stunden und beinhaltete einen interaktiven Vortrag inklusive Pause und Zeit für individuelle Fragen. Den Teilnehmenden wurden die Folien im Anschluss zur Verfügung gestellt.

Fortbildung für Psychologinnen zu schwierigen Situationen  in der Therapie mit ADHSler*innen

Wie es zu der Veranstaltung kam

Seit September 2024 arbeite ich bei IVPNetworks als angestellte Psychotherapeutin. Dort mache ich videobasierte Sprechstunden über Mindu.de und arbeite im Team Videopsychotherapie.

Dort ist ein jährliches Sommerfest Tradition. Dieses wird zuvor von einem Fachtag für das psychologischen Kollegium begleitet, bei dem unterschiedliche Themen vertieft werden.

Dieses Jahr sollte auf Wunsch der Mitarbeiter*innen aus dem Telefoncoaching und der Videopsychotherapie der Fokus auf ADHS im Erwachsenenalter liegen, denn im Arbeitsalltag gäbe es immer mehr Berührungspunkte mit dieser Patientengruppe.

Da meiner Vorgesetzten seit meiner Einstellung im Unternehmen bekannt war, dass ADHS mein Schwerpunktthema ist, fragte sie mich, ob ich bereit wäre, eine teaminterne Fortbildung vorzubereiten.

Meine Vorgehensweise: So haben die Psychologinnen ein Verständnis für ADHSler*innen entwickelt

Die Veranstaltung begann mit einer Vorstellung meinerseits und einer Abfrage über den Wissenstand der Kolleg*innen.

Hier wurde deutlich, dass die meisten meiner Kolleg*innen schon berufliche Berührungspunkte mit ADHS hatten. Sie betreuten ADHSler*innen im Telefoncoaching oder in der Therapie. Die wenigsten fühlten sich jedoch richtig sicher im Kontakt, wussten wie sie ADHS sicher erkennen/diagnostizieren können oder welche (therapeutischen) Interventionen sinnvoll sind.

Zum Einstieg habe ich ein kleines Quiz verteilt. Die Teilnehmenden sollten verschiedene Aussagen einschätzen und entscheiden, ob sie richtig oder falsch sind. Zum Beispiel:

  • Die Persistenzrate von ADHS-Symptomen bis ins Erwachsenenalter liegt je nach Studie zwischen 40–60 %. (stimmt!)
  • Patient:innen, die in Schule oder Beruf gute Leistungen zeigen oder gezeigt haben, können kein ADHS haben. (Stimmt nicht!)
  • Stimulanzien sind kontraindiziert bei komorbiden Angststörungen. (stimmt nicht!)
  • Menschen mit ADHS haben ein erhöhtes Risiko für Neurodermitis, Allergien und Asthma. (stimmt!)

Diese Übung half einen Überblick über den eigenen persönlichen Wissensstand zu bekommen und zu merken, wo man selbst vielleicht noch unsicher ist. Da das Quiz nicht sofort aufgelöst wurde, sondern die Lösungen nach und nach im Vortrag untergebracht waren, war die Aufmerksamkeit außerdem deutlich höher und die Teilnehmenden interessierter. Das Quiz half auch dabei, dass mehr nachgefragt wurde, wenn sie sicher sein wollten, dass sie die Antwort auf die Quizfrage eindeutig verstanden haben.

Theoretische und praktische Inhalte der Fortbildung

Inhaltlich gab es einen kleinen Überblick über die Begriffe neurodivers und neurodivergent, sowie eine Einordnung der unterschiedlichen Bezeichnungen für ADHS. Ich vertiefte danach die Grundlagen (Symptomatik, Erscheinungsbilder, neuropsychologische Aspekte von ADHS von Erwachsenenalter).

Im Dialog leiteten wir ab, was vor allem die Einschränkungen in den Exekutiv-Funktionen für die Gestaltung des therapeutischen Prozesses bedeuten.

Danach stiegen wir ins Thema Screening und Diagnostik ein. Die Teilnehmerinnen konnten beispielhaft einen Fragebogen selbst ausfüllen und auswerten und bekamen Informationen, welche Instrumente im Diagnostikprozess eingesetzt werden (können) und wie die Diagnostik abläuft. Außerdem bekamen sie eine kleine Checkliste mit Hinweisen auf ADHS, die vor allem im Video-Setting in der Sprechstunde auffallen können.

Wir beschäftigten uns mit den Alltagsproblemen und Herausforderungen von ADHSler*innen und erarbeiteten in Kleingruppen Lösungen für schwierige Situationen im therapeutischen Prozess.

Außerdem stellte ich den Teilnehmenden evidenzbasierte Behandlungsansätze, also Medikation, Psychoedukation, verhaltenstherapeutische und strategische Interventionen, sowie Möglichkeiten der Selbsthilfe vor.

Weiterlesen:
>> Anzeichen für ADHS
>> ADHS-Screening
>> Anlaufstellen, Kosten und Ablauf der ADHS-Diagnostik

Die Ergebnisse der ADHS-Fortbildung für Psychologinnen

Das Feedback der Teilnehmenden war sehr gut. Viele der Psychologinnen zeigten sich dankbar über den fundierten fachlichen Überblick und interessiert daran, sich weiter mit dem Thema zu befassen.

Die dreistündige Veranstaltung wurde insgesamt als zu kurz wahrgenommen, vermittelte jedoch ein solides Fundament um mehr Sicherheit zu vermitteln und die Psychologinnen für diese Patientengruppe zu sensibilisieren und Berührungsängste zu reduzieren.

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