Entsprechend des regnerischen Juli-Sommerwetters war ich irgendwie im Dauerarbeitsmodus. Einzeltermine, Diagnostik, Gruppenvorbereitungen für die ADHS-Gruppe, Erstgespräche… Außerdem war ich auf einer spannenden Gründungs-Veranstaltung, habe viel über mein eigenes Angebot nachgedacht, meine Oma zum Arzt gefahren, mehr gebloggt als in den letzten Monaten, auf zwei Partys getanzt und noch mein Foodsaver-Ziel geknackt.
ADHS-Gruppenplätze sind voll. Diagnostikplätze dieses Jahr noch frei
Nachdem der Monat mit dem Ende eines einwöchigen Urlaubes (der erste dieses Jahr) begonnen hat, war ich richtig fleißig. Im Rahmen meiner Ausbildung für die Gruppenpsychotherapie biete ich ADHS-Gruppen an. Entsprechend ist mein Kalender voll mit vielen, vielen Terminen für die Diagnostik. Sogar für die nächste Gruppe, die erst im März 2026 (!) beginnt, habe ich schon die ersten Erstgespräche geführt. Die zugehörige Interessenliste musste ich diesen Monat schließen, da auch diese voll ist. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet.
Unabhängig von der Gruppentherapie finden auch immer mehr Privatversicherte und Selbstzahlende den Weg zu mir. Das freut mich extrem, gleichzeitig kommt es mir extrem ungerecht vor, dass Menschen in Deutschland für eine vernünftige Diagnostik selbst Geld in die Hand nehmen müssen.
>> Weiterlesen: ADHS-Diagnostik: Ablauf, Kosten, Anlaufstellen
>> Weiterlesen: Therapieplatz finden
Save the Date: Kostenloser ADHS-Vortrag im November
ADHS im Erwachsenenalter – Ein Vortrag für Betroffene, Angehörige & Interessierte
🗓️ Mi, 05.11.2025 17:30 – 19:00 Uhr
📍Kramerstr. 5, Lemgo, Haus Wippermann, Raum 010
>> KOSTENLOSE ANMELDUNG ZUM VORTRAG
In Kooperation mit der Gleichstellungsstelle der Alten Hansestadt Lemgo und der Volkshochschule Detmold-Lemgo habe ich einen Vortrag ausgearbeitet, um dem Thema ADHS im Erwachsenenalter mehr Aufmerksamkeit zu geben. Die Teilnahme ist für alle Interessierten kostenlos. Im Juli ist der Anmeldelink online gekommen.
Der Vortrag gibt einen kurzen Überblick über den aktuellen Wissensstand. Greift den Diskurs der „Modediagnose“ auf, erklärt, warum ADHS bei Erwachsenen (und Frauen) häufig übersehen wird, räumt mit gängigen Mythen auf und zeigt Herausforderungen und Stärken von Erwachsenen mit ADHS auf.

„The Founders Playbook“
Seit einigen Monaten arbeite vor Ort im Stunt, einem CoWorking Space in Detmold. Dort finden regelmäßig auch kleine Veranstaltungen statt, z.B. Vorträge oder After-Work-Partys. Im Juli war ich auf einer Veranstaltung für Selbstständige mit der Gründerin Farina Schurzfeld.
Diese hat das „Founders Playbook“ vorgestellt. Viele der Inhalte waren mir nicht neu, aber eine gute Wiederholung. Hier eine Auswahl an (neuen) Infos, die mit mir resoniert haben:
1. Often the buyer is not the user.
= Der Käufer ist häufig nicht der Nutzer. Bedeutet in meinem Fall: Ich biete Therapie und Beratung an. Regelmäßig bezahlen Eltern die psychologische Unterstützung für ihre sich noch im Studium befindlichen Kinder. Eltern zahlen und müssen sich deshalb von meinem Auftritt angesprochen fühlen (Buyer), die jungen Erwachsenen müssen zufrieden mit der Behandlung sein (User).
2. Was ist meine North Star Metric?
Ich habe bei diesem Vortrag das erste Mal von dem Konzept der „North Star Metric“ gehört. Sie steht für eine Zahl, die zeigt, das (m)ein Unternehmen auf einem guten Weg ist. Das ist nicht Umsatz! Man stelle sich sich also einen Ticker an der Businesswand vor, der einen jubeln lässt, wenn es hoch geht.
Unternehmen haben hier verschiedene Metriken, z.B. Gebuchte Nächte bei Spotify, Aktive User bei Facebook, gehörte Minuten bei Spotify…
Ich weiß noch nicht, was dies bei mir sein könnte. Vielleicht geschriebene Gutachten mit ADHS-Diagnosen? Oder Mails mit Anfragen, die rein kommen? Oder gute Google-Bewertungen? Aktuell korrelieren weder Follower auf Social Media, noch Newsletter-Abonennt*innen, noch Website-Zugriffe mit meinem Umsatz.
3. Unternehmerinnen fügen ihren Produkten eher neue Features hinzu, als sich einzugestehen, dass ihr Produkt an der Zielgruppe vorbei geht.
Uuuuh, diese Aussage hat mich mehr berührt, als ich wollte. Beispielhaft wurde im Vortrag erzählt, dass z.B. Apps mit weitere Features ergänzt werden. Doch ich musste sofort an mein eigenes Produkt denken: Das Anti-Aufschiebe-E-Book.
Mit diesem E-Book wollte ich Aufschieber*innen eine einfache Lösung und alle Tools an die Hand geben, damit sie Sachen endlich angehen und nicht mehr auf einer To-do-Liste auf die nächste schreiben. Also habe ich ein E-Book geschrieben und dort alle Infos aus einer Live-Challenge festgehalten und diese noch mit weiteren Vorlagen und Checklisten ergänzt.
Doch das Buch verkauft sich mäßig bis garnicht. Also kam mir der Gedanke: „Ich sollte noch noch nen Kapitel ergänzen mit inneren Antreibern. DAS wertet es noch mehr auf! Bestimmt verkauft es sich dann besser!“
… aber meine Kund*innen kaufen das Buch entweder gar nicht oder super motiviert („jetzt gehe ich es endlich an!!) und dann liegt es doch nur herum und es wird aufgeschoben, das Aufschieben zu besiegen.
Es fehlt nicht an einem weiteren Kapitel. Es fehlt an gutem Marketing und vielleicht ist es nicht für Aufschieber*innen, sondern Personen, die sich (noch) besser organisieren wollen. (➪ E-Book anschauen)

Ich werde VIB (Very Interesting Blogger)
Dieses Jahr habe ich besonders stark gespürt, wie mächtig eine eigene Website und ein Blogartikel sein kann.
Beispiel 1: Anfang des Jahres veröffentlichte ich den Beitrag zum ADHS-Screening. Eigentlich handelt es sich hierbei eine Produktvorstellung oder ein Angebot. Weil es jedoch einfacher war zu schreiben, was das Screening ist, als eine Produktseite mit zugehörigem Kaufprozess zu erstellen entschied ich mich hierfür. Bis jetzt habe ich schon mehrere Befundberichte geschrieben und Kundinnen haben sich nach dem Screening schon für eine Vollständig ADHS-Diagnostik bei mir entschieden.
Beispiel 2: Mit dem Beginn meiner Aquise für die ADHS-Gruppe in Detmold schrieb ich einen Blogartikel, in dem ich die wichtigsten Fragen und Abläufe für Patientinnen erklärte – nicht weil ich ersthaft dachte über Google und mit dem Artikel Patient*innen zu erreichen, sondern eher als Backup für Interessierte, um dort vor dem Erstgespräch umfassend zu informieren. Keine drei Monate später musste ich den Artikel dahingehend überarbeiten, dass sowohl die Gruppe für dieses Jahr als auch für das nächste Jahr voll sind und vorerst keine weiteren Anfragen angenommen werden können.
Weil durch das viele Arbeiten (siehe oben) der Online-Business-Teil meiner Selbstständigkeit etwas zu kurz gekommen ist, habe ich mich für ein Programm angemeldet, das VIB heißt. Very interesting Blogger. Dort bekomme ich jede Woche eine unverbindliche Empfehlung für ein Blog-Thema und meine geschriebenen Artikel werden gescannt und wöchentlich anderen geteilt. Das motiviert mich, auch wirklich regelmäßiger zu schreiben und weitere Artikel zu veröffentlichen. Im Juli ist mir das direkt schon ziemlich gut gelungen!

Was im Juli 2025 sonst noch los war
- Überlegung: Könnte ich einen Psychologie-Praktikumsplatz (Remote/hybrid) anbieten? Vor Ort könnte die Person an Gruppentherapie und Vorträgen und ggf. Beratungsgesprächen/Diagnostik teilnehmen; Aufgaben-Remote: Auswertung von Testdiagnostik, Mitwirken an Gutachten und Befundberichten, Recherche und Schreiben von Blogartikeln, Newslettern, Texte und Konzepte für Social Media, Teilnahme an Online-Vorlesungen und ggf. Teilnahme an Online Diagnostik-/Therapie-Gesprächen, wenn die Patient*innen einverstanden sind
- Einweihungsparty in der ’neuen‘ Wohnung gefeiert. Ich wohne jetzt seit einem Jahr wieder in Detmold, der Stadt in der ich aufgewachsen bin und damit eines von meinen Zielen für 2025 abgehakt.
- Apropos Ziele: Als aktive Foodsaverin habe ich diesen Monat die 5-Tonnen-Marke an geretteten Lebensmitteln geknackt. Dieses Ziel stand schon eine ganze Weile auf meiner persönlichen Bucketlist. {Hier kannst du meine anderen Lebensziele einsehen: Bucketlist von Mara}
- Meine Oma hat offiziell ihre Demenz-Diagnose bekommen. Nicht wirklich überraschend, aber trotzdem bedrückend.
- Auf einer Hochzeit gefeiert, bei der nur die 10 engsten Freund*innen eingeladen wurden und dort vorgestellt worden mit „Mara wird vermutlich die erste Millionärin, die ich kenne“. Hoffentlich stimmt es 😁
- Herausfinden, ob ich fortbildungspflichtig bin. Je nach konkreter Tätigkeit sind Psychotherapeut*innen verpflichtet 250 Fortbildungspunkte im Zeitraum von 5 Jahren zu sammeln. Long Story short: Ich dachte, ich muss die Punkte nicht sammeln, Kolleginnen haben mich verunsichert, ich hab noch mal bei offiziellen Stellen nachgefragt. Ergebnis: Ich muss mich regelmäßig fortbilden, aber es gibt keine Vorgabe durch Punkte. Ich überlege auf Nummer sicher zu gehen und die Punkte trotzdem zu sammeln.
- Erstmalig hatte ich die Überlegung, ob ich eine Privatpraxis gründe und über das Kostenerstattungsverfahren arbeite. Dann könnte ich mehr Diagnostik-Plätze für gesetzlich Versicherte zur Verfügung stellen. Dann mit Schwerpunkt auf ADHS und vielleicht Autismus, insbesondere wenn ich mir dort jetzt auch das notwendige Wissen aneigne. Privatpraxis bedeutet aber auch viele Fixkosten, das gefällt mir noch nicht so wirklich. Dieser Gedanke wird in den nächsten Monaten noch weiter marinieren.
- Ich habe mich für eine Fortbildung zu Autismus-Diagnostik angemeldet und ich werde an einer Studie teilnehmen, bei der ein Interview für die ASS-Diagnostik bei Erwachsenen für den deutschsprachigen Raum evaluiert wird.
Was ich im Juli 2025 gebloggt habe
- Therapieplatz finden: Anleitung & Tipps
Der richtige Artikel, wenn du denkst, Psychotherapie wäre sinnvoll. Du bekommst du eine Schritt-für-Schritt Anleitung und Infos darüber, wie du einen Therapieplatz bekommst.
- Hilfreiche Bücher, die ich als Psychologin meinen Patienten empfehle
„Mara – Kannst du zu dem Thema ein Buch empfehlen?!“ – Ja, kann ich sehr wahrscheinlich. Hier findest du passende Bücher, um deine Beziehung zu verbessern, an deinem Selbstwert zu arbeiten, Strategien gegen unangenehme Gedanken zu finden und vieles mehr.
- 5 Gründe für mehr „Gesunde Produktivität“
Allein in der Begriffsbezeichnung „Gesunde Produktivität“ steckt drin, weshalb sie so wunderbar ist: Gesund und produktiv. Es geht beides! Welche Vorteile genau, sie mit sich bringt, erfährst du in diesem Artikel.
Ausblick auf den August 2025
- Für August ist nichts besonders geplant. Ich werde wahrscheinlich vor allem arbeiten: Abwarten, dass die Anträge der Krankenkassen für die Gruppentherapie bewilligt werden, Einzelgespräche führen, ADHS-Gutachten schreiben, neue Patienten für die nächste Gruppe im März (!) screenen, weitere Blogartikel schreiben …
- Geplante angenehme Aktivität: Eine Freundin besuchen, die weiter weg wohnt und ihren Geburtstag mit ihr feiern
- Ich möchte endlich wieder anfangen Newsletter zu schreiben. Hier kannst du ihn abonnieren: Newsletter über Gesunde Produktivität



